Ärzte gegen Atomwaffen! IPPNW- Woche 10.-17.6.2017 in Büchel.

Abschluss: 17. Juni 2017: Spontan-Blockade durch IPPNW-Frauen:

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IPPNW-Pressemitteilung vom 19.06.2017

 

Bundesregierung drückt sich vor Atomwaffenverbot und Abzug der Atomwaffen aus Deutschland

 


IPPNW-Protestwoche in Büchel und Aktionstag

Zu Beginn der zweiten UN-Verhandlungsrunde über das Atomwaffenverbot protestierten etwa 100 Ärzte, Ärztinnen und Studierende der IPPNW eine ganze Woche lang am Atomwaffenstützpunkt Büchel. Sie forderten den Abzug der ca. 20 NATO-Atomwaffen aus Deutschland und eine konstruktive Beteiligung der Bundesregierung an den Verhandlungen. Neben einem internationalen Symposium „Verbot von Atomwaffen: Eine europäische Sicht“ mit internationalen Gästen gab es zahlreiche kreative Aktionen wie einen Flashmob direkt vor dem Haupttor des Fliegerhorstes Büchel, mehreren Mahnwachen und Blockaden des Haupttors, eine Pflanzaktion auf der Friedenswiese, eine Brückenaktion mit Transparenten und Empfang der TeilnehmerInnen der Floßtour gegen Urantransporte sowie einer gemeinsamen Abschlussaktion mit dem Freiburger Friedensforum.

Beim Aktionstag am Samstag machten IPPNW-Regionalgruppen in Berlin, Hamburg, Kiel, Bremen, Gießen und Solingen zudem begleitend zum „Women´s March to Rally and Ban the Bomb“ in New York auf die laufenden UN-Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot aufmerksam. „Frau Merkel, unterstützen Sie ein Atomwaffenverbot“, lautete die Aufforderung an die Bundeskanzlerin auf den Transparenten. Weltweit gab es über 170 Solidaritäts-Aktionen für den Frauenmarsch.

Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW nimmt die Ängste der Bevölkerung am Atomwaffenstandort in Büchel um Arbeitsplätze ernst und spricht sich für zivile Alternativen aus. Sie sind nachhaltiger, gesünder und können eher zur sozialen Stabilität innerhalb der Region beitragen als Investitionen in Massenvernichtungswaffen. Wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Bleser mitteilte, sollen für den Standort in Büchel bis 2023 mehr als 151 Millionen Euro ausgegeben werden. „Diese hohe Summe für die sinnlose gefährliche atomare Aufrüstung in zivile Projekte zu stecken, würde die Region nachhaltiger sozial und ökonomisch stabilisieren und zu einer blühenden Urlaubs- und Erholungsgegend machen“, erklärt IPPNW-Arzt Ernst-Ludwig Iskenius. 

Der Vorstand der IPPNW hat auf seiner Vorstandssitzung in Büchel im Rahmen der IPPNW-Protestwoche außerdem beschlossen, jedes Jahr eine Vorstandssitzung am Atomwaffenstützpunkt abzuhalten, bis die Atomwaffen abgezogen sind.

Fotos von der IPPNW-Protestwoche in Büchel und dem Aktionstag zum Herunterladen und einer kostenfreien Veröffentlichung finden Sie auf unserer Flickr-Seite
IPPNW-Protestwoche in Büchel https://www.flickr.com/photos/ippnw/albums/72157682044126553
Aktionstag https://www.flickr.com/photos/ippnw/albums/72157683197027390

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Mobil 0162-2057943, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, Email: wilmen@ippnw.de, www.ippnw.de

 


14.06.2017 | Zusammenfassung für alle, die am Wochenende nicht bei uns sein konnten: „Büchel, ein malerischer Ort in der Eifel, ist auch das letzte bestehende Lager von amerikanischen Atombomben in Deutschland. Die IPPNW beteiligt sich traditionell an der Aktion "20 Wochen gegen 20 Bomben" mit einer Woche Aktionspräsenz und einem Wochenende mit einem internationalen Symposium und einer Aktion zivilen Ungehorsams.

Wir als Studenten haben uns vor allem durch zwei Aktionen eingebracht: Zum einen der auf der Nukipedia Spring Academy geplante Dreh einer Target X-Aktion, welcher in den kommenden Tagen und Wochen noch medial aufbereitet wird, zum anderen haben wir uns an der traditionellen Aktion des zivilen Ungehorsams in Form einer Sitzblockade beteiligt.

Auch wenn wir am Haupttor schon von einer halben Hundertschaft der Rheinland-Pfälzer Bereitschaftspolizei (!) erwartet wurden, konnten wir doch genügend Verwirrung stiften und den Verkehr für einige Zeit aufhalten. Natürlich kam auch der soziale Austausch bei blendendem Wetter nicht zu kurz und so wurden neue Freundschaften geschlossen und alte weiter vertieft. Wir sind nächstes Jahr wieder in Büchel - du auch?“


Von: Ernst-Ludwig Iskenius [mailto:iskenius@ippnw.de]
Gesendet: Donnerstag, 15. Juni 2017 21:22
Betreff: Blockade des Fliegerhorstes Büchel heute zum Beginn der zweiten Verhandlungsrunde zum Atomwaffenverbot.
Heute vormittag haben Teilnehmer*innen an der IPPNW-Aktionswoche das Haupttor des "Fliegerhorstes Büchel" geschlossen und sich davor gesetzt, um das dort im Rahmen der "Nuklearen Teilhabe" praktizierte Üben des Atombombenabwurfs zu unterbinden und so der Bundesregierung die Teilnahme an den heute fortgesetzten Atomwaffen-Verbotsverhandlungen bei den UN in New York zu erleichtern.


Büchel 10.– 17. Juni 2017: IPPNW-Protestwoche, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestraße 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de - Mahnwachen und Aktionen am Atomwaffenstandort Büchel

 

Sonntag, 11. Juni, Festzelt am Fliegerhorst Büchel, Alflen: Internationales Symposium zum Thema „Verbot von Atomwaffen: Eine europäische Sicht“

RednerInnen

10.30 Eröffnung Dr. Inga Blum und Dr. Angelika Claußen, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW)

 

10.45 Eine Welt ohne Atomwaffen – Warum brauchen wir ein Verbot? Hector Guerra, ICAN Mexiko

 

11.00 Wie die niederländische Graswurzelbewegung ihre Regierung dazu brachte, sich an den Verhandlungen über das Atomwaffenverbot zu beteiligen Peter Buijs, IPPNW-Niederlande

 

11.15 Warum Norwegen die UN-Verhandlungen boykottiert und was die Zivilgesellschaft tun kann Dr. Bjørn Hilt, IPPNW-Norwegen

 

11.30 Warum die österreichische Regierung ein Verbot von Atomwaffen unterstützt Nadja Schmidt, ICAN Österreich

 

11.45 Die NATO und Russland senken die Einsatzschwelle für den Einsatz von Atomwaffen – Wir müssen handeln! Gunnar Westberg, IPPNW Schweden

 

12.00 Offene Diskussion

 

13.00 Mittagessen / Friedensfest mit Essen, Musik, Aktion und Kultur. Der Eintritt ist frei.
14.30 Uhr: 1. Runde "Dein Song für Büchel"
14.30-15 Uhr: Target X-Aktion (Studies)
15-18 Uhr: Aktionstraining für alle, die sich an den Aktionen am folgenden Tag und in der folgenden Woche beteiligen
15-16 Uhr: 2. Runde "Dein Song für Büchel"
16-16.30 Uhr: Pflanzaktion auf der Friedenswiese
16.30-17 Uhr: evt. 3. Runde "Dein Song für Büchel"

 

Dr. Inga Blum ist Neurologin und im Vorstand der IPPNW Deutschland. Sie hat am Carl-Friedrich von Weizsäcker Zentrum für Naturwissenschaft und Friedensforschung in Hamburg zu den psychologischen Hintergründen von Atomwaffen gearbeitet.

 

Peter Buijs ist Vorsitzender und internationaler Berater der NVMP, des niederländischen Zweigs der IPPNW. Er hat als Arzt und Arbeitsmediziner gearbeitet. Als wissenschaftlicher Berater bei TNO Work & Health befasste er sich damit, wie man die bestmögliche Gesundheitsfürsorge für Arbeiter weltweit sicherstellt – insbesondere die Grundversorgung.

 

Dr. Angelika Claußen ist niedergelassene Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Von 2005 bis 2011 war sie Vorsitzende der deutschen IPPNW-Sektion. Zurzeit ist sie IPPNW-Vizepräsidentin für Europa.

 

Dr. Bjørn Hilt ist Mitglied der norwegischen IPPNW seit ihrer Gründung 1982. Seit September 2006 ist er Vorsitzender des IPPNW-Verwaltungsrats. Er arbeitet als leitender Berater und Professor für Arbeitsmedizin am St. Olav Universitätskrankenhaus in Trondheim, Norwegen.

 

Hector Guerra arbeitet für das Netzwerk SEHLAC, „Seguridad Humana en Latinoamérica y el Caribe“ (menschliche Sicherheit in Lateinamerika und in der Karibik). Er ist ICAN-Koordinator für Lateinamerika und die Karibik. Guerra repräsentierte Mexiko in der „Cluster Munition Coalition“, der Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen, dem „International Network on Explosive Weapons“ und der „Control Arms Alliance“. Er war auch an diplomatischen Prozessen wie der Ottawa-Konvention, dem Übereinkommen über Streumunition und dem Vertrag über den Waffenhandel beteiligt.

 

Nadja Schmidt ist Mitglied von ICAN Österreich und koordinierte 2014 das ICAN Civil Society Forum in Wien.

 

Gunnar Westberg ist seit 1982 Mitglied der SLMK, der schwedischen Zweigorganisation der IPPNW. Von 1996 bis 2014 war er deren Präsident und von 2014 bis 2008 Co-Präsident der IPPNW. 2005 organisierte er die „Istanbul Conference on Nuclear Dangers in the Middle East“ mit der Teilnahme Irans. 2007 und 2012 reiste er mit einer IPPNW-Delegation nach Teheran. RednerInnen

 

Internationales Symposium „Verbot von Atomwaffen: Eine europäische Sicht“

 

Sonntag, 11. Juni, Festzelt am Fliegerhorst Büchel, Alflen

 

Weiterhin bedrohen ca. 15.000 Atomwaffen das Überleben der Menschheit. 1.800 davon können innerhalb von Minuten gezündet werden. Eine einzige Atomwaffe, die über einer großen Stadt detoniert, kann über eine Million Menschen töten oder schwer verletzen. Ein Atomkrieg mit nur einem Bruchteil der globalen Atomwaffenarsenale könnte eine humanitäre Katastrophe bislang unbekannten Ausmaßes auslösen. Aschewolken würden die Sonne verdecken, Ernteausfälle würden weltweite Hungersnöte auslösen. Atomwaffen schaffen keine Sicherheit, sondern sind ein ständiges Risiko.

 

 

Vom 27. März bis zum 1. April 2017 haben in New York in erster Runde Verhandlungen über ein mögliches Atomwaffenverbot stattgefunden. 129 Staaten beteiligten sich. Deutschland hat mit anderen NATO-Mitgliedern die Konferenz boykottiert – obwohl sich die Bundesregierung zu multilateralen Abrüstungsprozessen und zum Ziel einer atomwaffenfreien Welt bekannt hat.

 

Zu Beginn der zweiten Verhandlungsrunde über das Atomwaffenverbot und mitten im Bundestagswahlkampf protestieren wir am NATO-Atomwaffenstützpunkt Büchel.

 

Wir fordern: Den Abzug der ca. 20 NATO-Atomwaffen aus Deutschland. Eine konstruktive Beteiligung der Bundesregierung an den UN-Verhandlungen über einen Verbotsvertrag sowie die Unterstützung eines Atomwaffenverbots.

 

 

 

IPPNW-Protestwoche 2017

 

Die IPPNW ist eine berufsbezogene, friedenspolitische Organisation, die 1981 von einer Gruppe von Ärzten aus den USA und Russland gegründet wurde. Es entstand eine weltweite Bewegung, die 1984 den UNESCO-Friedenspreis und 1985 den Friedensnobelpreis erhielt. Heute setzen sich Mediziner und Medizinerinnen der IPPNW in über 60 Ländern auf allen fünf Kontinenten für eine friedliche, atomtechnologiefreie und menschenwürdige Welt ein. In der Woche vom 10.-17. Juni 2017 finden Mahnwachen und Aktionen der IPPNW am Atomwaffenstandort Büchel statt.

 


RÜCKBLICK: Montag, 27. Juni 2016: "Die IPPNW-Blockade war heute früh sehr erfolgreich. Drei Zufahrtstore waren von 6 bis 8 Uhr durch 20 Personen blockiert." IPPNW Deutschland – Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges.

Mit einer unangemeldeten Schließung des Haupttors des Fliegerhorstes Büchel über vier Stunden endete die IPPNW-Aktionswoche im Rahmen der 20-Wochen-Aktions-Präsenz "Büchel ist überall - atomwaffenfrei jetzt!". Vierzehn IPPNW-Ärzte und Ärztinnen aus sechs verschiedenen Städten beteiligeten sich an der Mahnwache und Blockade und versammelten sich anschließend zum "Eat-in" auf dem Kreisel vor dem Zaun mit Suppe und Getränken. Insgesamt haben mehr als 70 Ärztinnen, Ärzte und Medizinstudierende der IPPNW an verschiedenen Protestaktionen gegen die in Büchel stationierten US-Atomwaffen teilgenommen. Allen, die zum Erfolg unserer IPPNW-Aktionswoche beigetragen haben, sei ganz herzlich gedankt.