Pilgerweg, Gottesdienst und Aktionstag am 7.7.2018


Wir, Christinnen und Christen aus mehreren Landeskirchen und aus der Deutschen Sektion pax christi laden ein, nach Büchel (bei Cochem/Mosel) zu kommen. Dort lagern US-amerikanische Atombomben. Diese sollen modernisiert werden. Das macht ihren Einsatz – sie  werden dann von deutschen Flugzeugen zum Ziel geflogen – wahrscheinlicher. Es droht ein millionenfacher Tod. Erinnert sei an Hiroshima und Nagasaki.

Glauben, Gewissen und politische Vernunft bewegen uns, Massenvernichtungswaffen abzulehnen. Wir laden alle Menschen ein, die für den Abzug und das Verbot der Atomwaffen sind, vor dem Fliegerhorst öffentlich und gewaltfrei dafür einzutreten und den Umstieg auf eine friedenslogische Außen- und Sicherheitspolitik  zu fordern.

Nicht zuletzt aufgrund der jahrelangen Bemühungen der Internationalen Kampagne für ein Verbot von Atomwaffen (ICAN) haben am 7. Juli 2017 im UN-Hauptquartier 122 Staaten für den Verbotsvertrag aller Atomwaffen gestimmt. Dafür erhielt ICAN den Friedensnobelpreis 2017. Auch der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) engagiert sich seit Jahrzehnten gegen Atomwaffen. Ebenso fordern ganz aktuell Papst Franziskus und die Evangelische Kirche im Rheinland wie auch andere Landeskirchen deren Abzug und weltweite Ächtung.

Bereits 2010 haben der Deutsche Bundestag und der rheinland-pfälzische Landtag die Bundes-regierung aufgefordert, den Abzug der Atomwaffen aus Büchel zu veranlassen. Doch diese weigert sich bislang, entsprechend tätig zu werden.

Deshalb fordern wir, dass die Bundesregierung
1.    den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet,
2.    die „nukleare Teilhabe“ innerhalb der NATO beendet,
3.    für den Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland und Europa eintritt,
4.    ihre Außen- und Sicherheitspolitik zivil orientiert.
 
Der Ökumenische Rat der Kirchen hat 2013 zu einem Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens aufgerufen. Wir sehen unseren Aktionstag 7.07.2018 zum ersten Jahrestag des Beschlusses der 122 UN-Mitglieder als einen Schritt auf diesem Weg. Wir freuen uns, wenn möglichst viele Mitglieder kirchlicher Gemeinden und Gleichgesinnte von außerhalb der Kirchen daran teilnehmen und somit ein deutliches Zeichen für eine friedlichere Zukunft setzen.

Programm
11.00 Uhr    Anreise, Musikprogramm

11.58 Uhr    Ökumenischer Gottesdienst mit Schriftführer Pastor Renke Brahms, Bremen, Friedensbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

13.00 Uhr    Mittagspause

13.45 Uhr    Kulturprogramm mit Musik und Kurzansprachen (u.a. Vertreterin von ICAN, nähere Angaben nach Ostern auf unserer Website)

15.15 Uhr    Gemeinsame Symbolhandlung

16.00 Uhr    Heimreise

Wir bitten schon jetzt darum, für diesen Pilgerweg zum Aktionstag zu werben und diesen Tag in die Jahresplanung der Gemeinden oder Organisationen einzubeziehen.

Busanfahrten werden von regionalen oder lokalen Kontaktpersonen organisiert.
Weitere Informationen zu Anreise und Programm:
www.KirchengegenAtomwaffen.wordpress.com

  • Anmeldung schnellstmöglich (wegen der Reservierung eines Omnibuses von Karlsruhe) bei Dirk Harmsen, Karlsruhe, Tel. 0721-685289, E-Mail: dmharm@web.de
  • Abfahrt 7.30 Uhr vom Busbahnhof (Südl. Ausgang des Hauptbahnhofs), Rückkehr ca. 19.30 Uhr
  • Kosten 25 €; Jugendliche, die zur Schule gehen, fahren kostenfrei


Die Projektgruppe des Aktionstages 7.7.2018 besteht aus Christinnen und Christen der Deutschen Sektion pax christi sowie aus den Evangelischen Kirchen in Baden, Bayern, Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck, der Pfalz, im Rheinland und in Württemberg.


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Rückblick 17.06.2017: "Forum Friedensethik Baden" und "Freiburger Friedensforum" blockierten den Atomwaffen-Stützpunkt.

Weitere Fotos vom 17.06.2017: hier klicken!


Rückblick 2016: "Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens"  zum Lagerort amerikanischer Kernwaffen auf dem Fliegerhorst Büchel am 15. Juli 2016

In ökumenischer Partnerschaft mit dem Weltkirchenrat unterstützt die Evangelische Landeskirche in Baden die weltweite ökumenische Bewegung gegen Atomwaffen im Rahmen der sog. Humanitären Initiative. Die katastrophalen humanitären Folgen von Atomwaffen-Explosionen sind unkalkulierbar und können das Leben auf der Welt äußerst schwer beschädigen.
Insgesamt 139 Staaten der Welt (83%) haben am 7. Dezember 2015 auf der UN-Vollversammlung der Resolution 70/48 auf der Grundlage des sog. Humanitarian Pledge zugestimmt und damit deutlich gemacht, dass sie für multilaterale Gespräche sind, die dazu führen sollen, den Weg für Verhandlungen zum Verbot von Atomwaffen zu ebnen. Details werden gegenwärtig in Genf im Rahmen der "UN-Open-Ended Working Group on Nuclear Disarmament" verhandelt mit dem Ziel, bis zur UN-Vollversammlung im Herbst 2016 den Entwurf eines entsprechenden Vertragswerkes vorzulegen. Die endgültigen Verhandlungen über den Atomwaffenverbotsvertrag sollen dann ab 2017 im guten Glauben (in einem good-faith-Verhandlungsansatz) fortgeführt und zum Abschluss gebracht werden.
In Deutschland lagern - trotz eines Bundestagsbeschlusses von 2010 - auf dem Fliegerhorst der Luftwaffe in Büchel/Eifel noch immer amerikanische Atombomben, jede mit einer höheren Zerstörungskraft als die Hiroshima-Bombe. Diese Waffen sollen durch zielgenauere und in ihrer Sprengkraft variierbare Atomsprengköpfe ersetzt werden.
Das Forum Friedensethik (FFE) in der Evangelischen Landeskirche in Baden bietet die Mitfahrt zu einem ökumenischen Pilgerweg nach Büchel an. Es ist beabsichtigt, neben einer Demonstration vor dem Haupteingang des Fliegerhorstes auch ein Podiumsgespräch mit Bundestags- und Landtagsabgeordneten aus der Region sowie mit dem Kommandeur des Fliegerhorstes durchzuführen.
Abfahrt 8.00 Uhr, Busbahnhof  Karlsruhe – südliche Seite des Hauptbahnhofs. Rückkunft voraussichtlich gegen 20 Uhr.
Kosten für die Fahrt ab Karlsruhe und zurück betragen ca. 20 €.
Verpflegung bitte selbst mitbringen.
Anmeldungen bitte baldmöglichst , spätestens bis zum 30.06.16 wegen der Busbestellung an Herrn Dr. Dirk Harmsen, Bertha-von-Suttner-Str. 3a, 76139 Karlsruhe, E-Mail: dmharm@web.de, Tel. 0721-68 52 89

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Einladung an Oberst Holger Radmann, Commodore des Fliegerhorst, zu einem Gespräch zur Abschaffung von Kernwaffen, 15. Juli 2016, 16.00 Uhr, Evang. Kirchengemeinde 56751 Polch
brf oberst holger radmann büchel 13-05-
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  • 1969  unterzeichnet die BRD den Atomwaffensperrvertrag. Damit sind die in Büchel bereitgehaltenen Massenvernichtungswaffen nach internationalem Recht illegal!
  • 2010  beschließt der Deutsche Bundestag parteiübergreifend den vollständigen Abzug aller US-Atomwaffen aus Deutschland!
  • 2015 – 70 Jahre nach dem Abwurf von Atombomben auf Hiroshima/ Nagasaki – fordert die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) eine vollständige nukleare Abrüstung  [epd 03.08.2015]: „ KEINE  ATOMWAFFEN  SIND DAS ZIEL “
  • 2015   Bundesregierung missachtet Wählerwillen und Parlament: [DER SPIEGEL 50/2015 vom 05.12.2015]
  • „Die Sicherheitsanlagen rund um den Atomwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Büchel werden weiter ausgebaut. Dafür stellt die Nato für das kommende Jahr 13,4 Millionen zur Verfügung. ... “
  • Jede einzelne der 20 Atombomben in Büchel  ist 20-mal so stark wie die Hiroshima-Bombe. Modernisieren? Mit 10 Milliarden Euro?  Gegen wen?

Herbert Römpp, Hilpoltstein, Mitglied im Initiativkreis Frieden und Forum Friedensethik der Evangelischen Landeskirche in Baden


Vorbemerkung: Die Ursache für den zweiten Weltkrieg lag zweifelsfrei bei Nazi-Deutschland. Die strategischen Bombardements der Alliierten waren die Reaktion darauf. Aber waren sie verantwortbar? Waren sie alternativlos?

LIED: Little Boy & Fat Man

 

Die Tropfen des Himmels, die tränken das Leben

und seine Sonne, sie strahlt und erfreut.

Wir schauen nach oben und hoffen ergeben

auf Regen und Wärme zu seiner Zeit.

 

Ja, alles Gute komme von oben,

wo man das Göttliche lokalisiert,

himmelwärts Blicke und Hände erhoben,

bis dann das unglaublich Schlimme passiert:

 

Sechster August im Jahr Fünfundvierzig,

vom Himmel herab fiel Verderben und Tod,

doch nicht als Schicksal, nur tumb und blindwütig,

– nein, Menschen, die spielten den allmächt‘gen Gott.

 

Von Otto Hahn erdacht, von Albert Einstein empfohlen,

von Robert Oppenheimer ins Werk gesetzt,

auf Harry Trumans Befehl von Paul Tibbets geflogen,

zuvor noch mit kirchlichem Segen benetzt.

 

Little Boy, Little Boy,

eine Teufelsbrut aus den USA,

Uran explodiert,

vernichtet die Leut‘ von Hiroshima,

Fat Man, Fat Man,

fett von dem gift‘gen Plutonium,

diese Wucht, diese Wucht

bringt die Menschen von Nagasaki um.

 

Ja, schon die Probe in New Mexikos Wüste

im Namen des Vaters, des Sohnes und Geistes,

macht‘ kenntlich den Frevel satanischer Lüste.

Es sei nötig zur Schaffung des Friedens, so heißt es.

 

Dann kam aus dem Himmel die Hölle auf Erden,

ein bis heut‘ ungesühnter Massenmord.

Es sollt‘ statuiert ein Exempel werden,

für Amerikas Feinde, an jedem Ort.

 

Little Boy, Little Boy, …

Menschen verdampft, verbrannt und verkohlt,

und der Hibakusha meist qualvolles Ende.

Damit sich ihr Leid niemals wiederholt,

deshalb, kämpft mit für die Friedenswende!

 

Fragt Eure Politiker, bevor Ihr sie wählt,

ob sie bereit sind zum Bann dieser Waffen

und ob sie geloben, alles zu tun,

diese aus Deutschland fortzuschaffen.

 

Verzichtet auf Waffen zur Sich‘rung Friedens:

Verschrottet die Panzer, Raketen und Drohnen,

entsorgt die Bomben, Granaten und Minen,

schmelzt ein die Kriegsschiffe und die Kanonen!

 

Little Boy, Little Boy, …

 

Little Boy von Maria, wurde nie ein „Fat Man“,

er hat selbst im Feind noch den Bruder geseh’n.

Wer Andere achtet, wie er es selbst will,

der ist auf dem Weg zum Friedensziel.

 

Verzichtet auf Waffen zur Sich‘rung Friedens:…

Text und Melodie: ­­­­Theodor Ziegler, 2.8.2015