- bonn goes buechel - 4.6.2016 -

Kurzbericht

Am 4. Juni 2016 veranstaltete die Gruppe „Bonn goes Büchel“ zum 2. Mal nach der Beteiligung an "büchel65" in 2015 eine Blockadeaktion vor dem Atomwaffenstandort Büchel. Beteiligt waren Mitglieder von anti-atom-bonn, pax christi, tatort kurdistan bonn, Freundeskreis Bonn und dem Grundrechtekomitee. Insgesamt waren wir eine Gruppe von rund 15 Leuten. Am Freitagabend vor dem Aktionstag hatten wir uns bereits in der Brückenmühle eingefunden, um unter fachkundiger Anleitung aus dem Orga-Team die Aktion vorzubereiten und Aktionselemente abzustimmen. Ernst-Ludwig Iskenius gab auch eine power-point-Einführung in das Thema der Atomwaffenproblematik, der Modernisierung bzw. Neustationierung zielgenauerer Atombomben. Die Bundesregierung hilft mit ihrer Politik der nuklearen Teilhabe die Ziele des Atomwaffensperrvertrages zu unterlaufen.
Am Aktionstag begannen wir direkt mit der Blockade des Haupttores. Der Kreisel und die Gitter vor dem Haupttor wurden mit Transparenten geschmückt. Wir hatten ein eigenes mitgebracht, das wir am Schluss auf der Friedenswiese hinterlassen haben: ein großformatiges Transparent mit einem Foto von der Bonner Hofgartenwiese mit der Groß-Demo vom 10.10.1981.

35 Jahre danach fragen wir auf dem Transparent: „Gestern wie heute - warum muss retro so aktuell sein?“
Nachdem klar war, dass das Haupttor von Bundeswehr und Polizei aufgegeben war, teilten wir uns in kleine Untergruppen, um nach und nach auch die drei anderen Tore zu blockieren. Im Ergebnis war der Fliegerhorst zeitweise völlig geschlossen. Etliche Soldaten mussten umkehren und konnten erst nach Ende unserer Aktion in das Gelände. Gespräche mit Soldaten zeigten, dass diese sich überhaupt nicht mit der Neustationierung / Modernisierung beschäftigt haben. Wir regten an, diese Frage doch im politischen Unterricht anzusprechen, weil die Atombomben doch auch für sie eine Gewissensbelastung sein müssten.
Insgesamt haben wir abschließend unsere Aktion als erfolgreich und sinnmachend eingeschätzt. Die Summe der realsymbolischen Nadelstiche hat Auswirkungen. Es muss gelten, die politische Ebene parallel zur Aktionsebene noch stärker zu erreichen und die Abrüstungsforderung auch vor Ort zu Hause wieder stärker zu thematisieren.
Martin Singe, Grundrechtekomitee/pax christi bonn