18. Sept. 2017: Prozess gegen 9 Aktivisten beginnt | Amtsgericht Cochem | Herzliche Einladung |

Am 12.09.2016 sind neun JUNEPA-Aktivisten unbemerkt in den Atomwaffen-Stützpunkt Büchel eingedrungen und haben auf der Landebahn demonstriert. Am 18.9.2017 beginnen nun die Prozesse vor dem Amtsgericht Cochem, Richter: Herr Michel, Ravinestrasse 39, 56812 Cochem (5 Gehminuten vom Bahnhof) um 13.30 Uhr. Ab 13.00 Uhr wird es eine Mahnwache vor dem Gericht geben. Der Vorwurf lautet auf Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung. Unsere Sicht: Die Existenz der amerikanischen Atomwaffen ist völkerrechtswidrig und stellt ein Unrecht dar. Es droht eine atomare Aufrüstung. Aktuell besteht die Gefahr, dass wieder Atomwaffen eingesetzt werden. Die Bundesregieruung schweigt und betreibt eine (un)heimliche Atomwaffenpolitik. Deshalb ist Widerstand von Nöten! Ziviler Ungehorsam ist die angemessene Reaktion auf das Unrecht. Wir haben die Pflicht zum Widerstand. Deshalb: Kommt zu diesem Prozeß. Bringt Eure Transparente mit. Unterstützt die Aktivistinnen in Ihrem Widerstand durch Solidaritätsaufrufe und -schreiben an das Gericht. 

Jugendnetzwerk JunepA besetzt die Landebahn, Go-In, Büchel 12.09.2016


Short version in English: This morning at sunrise a group of activists went into the Büchel nuclear base in Germany and blockaded the runway while a further group blockaded the gates of the base. - Deutsche Texte siehe unten!

Copyright / Bildrechte: JunepA

Ermittlungsverfahren nach Büchel-Aktion (Stand 6.2.2017, Text gekürzt): Im September 2016 haben wir neben einer Blockade des Fliegerhorsts Büchel auch die Landebahn mit einem so genannten Go-In besetzt. Damit haben wir grenzüberwindend gezeigt, dass mit uns nicht ungestört für den Atomkrieg geübt werden kann. Nun kommen die ersten Briefe an, die uns verkünden, dass es nun Ermittlungsverfahren gegen einige Aktivist_innen gibt. Es sieht  auf jeden Fall so aus, als würden einige Aktivist_innen einen Prozess anstreben. Dieser kann dazu genutzt werden, das Thema Atomwaffen mehr in die Öffentlichkeit zu bringen und zu zeigen, dass Ziviler Ungehorsam gegen tödliche Waffen absolut legitim und notwenig ist. Für den Fall, dass es zu Verhandlungen kommen wird, freuen wir uns über Unterstützung.


12.09.2016: „Der Atomwaffenstützpunkt Büchel ist seit 5:15 Uhr durch etwa 30 Aktive blockiert. Sämtliche geteerte Zufahrtswege sind durch Sitzblockaden sowie ein hohes Dreibein (Tripod) und in einer anderen Einfahrt durch ein in einem Auto befindlichen Betonfass versperrt, an denen sich jeweils Menschen befestigt haben. Mehrere Aktivist_innen sind auf das Gelände gelangt und haben die einzige Start- und Landebahn besetzt.“ Mittlerweile hat die dpa dazu eine Meldung veröffentlicht, die bereits vom Focus übernommen wurde.


Außerdem waren alle asphaltierten Zufahrten zum Atomwaffen-Stützpunkt durch junepA-Aktivisten besetzt, Das Foto (siehe links) wurde am Lutzerater Tor aufgenommen.



12.09.2016, 13.07 Uhr: "Sieben [junge] Menschen von Junepa und zwei [ältere] UnterstützerInnen waren mit im Fliegerhorst und auf der Landebahn für 90 Minuten. Militärpolizei hat sie festgenommen und Polizei bestellt, die im Fliegerhorst kurz Personalienfestellung gemacht hat und es dann weiter der Bundeswehr überlassen, die die Aktiven durchsucht bzw. Sachen beschlagnahmt und dann wieder übers Haupttor raus gelassen haben."

Allgemeine Zeitung, Rheinland-Pfalz, 12.09.2016

Friedensaktivisten gelangen auf Startbahn in Büchel
Büchel (dpa/lrs) - Mehrere Friedensaktivisten sind am Montagmorgen auf den Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel in der Eifel eingedrungen. «Etwa neun Protestler» hätten auf der Start- und Landebahn gesessen, sagte ein Sprecher des Luftwaffengeschwaders in Büchel. Sie seien in Gewahrsam genommen worden und würden von den Feldjägern an die Polizei übergeben. Noch sei unklar, wie die Menschen auf das Gelände des Flugplatzes kamen. «Da laufen Ermittlungen», sagte der Sprecher. Die Friedensaktivisten gehörten zu einer größeren Gruppe, die an den Zufahrten zum Fliegerhorst gegen dort angeblich gelagerte US-Atomwaffen demonstrierte. Nach Angaben des Jugendnetzwerkes für politische Aktionen hatten rund 30 Aktivisten am Morgen «sämtliche Zufahrtswege» blockiert - unter anderem mit Sitzblockaden. Sie forderten den Abzug der Atomwaffen aus Büchel. Eine offizielle Bestätigung für Atomwaffen in Büchel gibt es nicht. Experten schätzen, dass bis zu 20 US-Atomsprengköpfe in Büchel gelagert sind, für deren Einsatz im Ernstfall die Bundeswehr Tornado-Kampfflieger bereit hält. Die Polizei in Cochem bestätigte die Demonstration am Fliegerhorst. Im Laufe des Vormittags sollte es nähere Informationen geben. Der Flugbetrieb sei durch die Aktivisten nicht gestört worden, sagte der Bundeswehrsprecher.


12.09.2016, 16.30: Pressemitteilung des Jugendnetzwerks für politische Aktionen (JunepA) Friedensaktivist_Innen blockieren Tor 1 des Atomwaffenlagers Büchel.
„Sand im Getriebe der Kriegsmaschinerie“
Die Militäranlage ist seit 5:15 Uhr durch etwa 30 antimilitaristische Aktive blockiert – sämtliche geteerte Zufahrtswege sind durch Sitzblockaden sowie ein hohes Dreibein (Tripod) und in einer anderen Einfahrt durch ein in einem Auto befindlichen Betonfass versperrt, an denen sich jeweils Menschen befestigt haben. Mehrere Aktivist_innen sind auf das Gelände gelangt und haben die einzige Start- und Landebahn besetzt.
Der Betrieb des Fliegerhorsts Büchel, auf dem die letzten Atomwaffen innerhalb der BRD lagern ist durch die Aktionen stark eingeschränkt. Durch die sogenannte „Go-In“-Aktion ist ein Start der Tornado-Kampfflugzeuge, die im Einsatzfall die Atombomben abwerfen sollen, momentan unmöglich. Wegen der blockierten Zufahrten können hunderte Angestellte im Militärdienst ihre Arbeit vorerst nicht aufnehmen.  Initiiert wurde die Aktion vom Jugendnetzwerk für politische Aktionen (JunepA), das schon mehrmals Blockaden in Büchel durchgeführt hat.
„Unsere Aktion richtet sich gegen die Existenz von Atomwaffen, die immer eine unberechenbare Gefahr für die Menschheit darstellen.“ erklärt Fiona Rucke, die sich an den Aktionen beteiligt: „Daher haben wir uns dazu entschieden, mit einer entschlossenen Aktion des Zivilen Ungehorsams Sand im Getriebe der Kriegsmaschinerie zu sein.“
In Büchel sind sowohl US-Amerikanische Soldat_innen, als auch Bundeswehrangehörige stationiert. Die Kontrolle über die Atomwaffen unterliegt den USA, allerdings würden deutsche Tornado-Flugzeuge sie im Ernstfall zu ihren Ziele tragen. Dies wird als „Nukleare Teilhabe“ bezeichnet und gilt als rechtlich umstrittene Praxis. Dass diese Waffen nun „modernisiert“ bzw. aufgerüstet werden sollen, hält JunepA für höchst unverantwortlich.
In den letzten Jahren gab es sehr häufig Proteste und Blockaden der Zufahrtswege. Seit Freitag dem 9. September führen die Atomwaffengegner_innen außerdem ein Camp direkt am Haupttor der Militäranlage durch, auf dem Aktivst_innen zelten können und Workshops zu verschiedenen Themen durchgeführt werden. Fotos werden wir baldmöglichst unter junepa.blogsport.eu zur Verfügung stellen.
Für Rückfragen und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
E-Mail: presse-junepa@riseup.net, 0151-53 20 6000, Marcus Schäfer

Weitere ähnliche coole Postkarten findest Du auf flickr.

Links zur JunepA-website und zur JunepA-fb-Seite.