Aachener Friedenspreis 2019 für MARION KÜPKER (Kampagne) und ELKE KOLLER (Initiativkreis)


10. Mai 2019: Wir sind sehr bewegt und freuen uns, dass unsere Kampagne, namentlich unsere Campaignerin Marion Küpker den diesjährigen Aachener Friedenspreis zugesprochen bekommt. Und aus unserem Trägerkreis erhält der Initiativkreis gegen Atomwaffen in Büchel, namentlich Elke Koller, auch diesen Preis zugesprochen. Das ist eine große Ermutigung für unsere Arbeit und all unseren Aufgaben, die in den nächsten Monaten, aber auch darüber hinaus, vor uns liegen. Zumal ungewöhnlich viele Medien (incl. WDR und SWR) bereits darüber berichtet haben.

Gerne lassen wir die Verantwortlichen des Aachener Friedenspreis e.V. sprechen: „Auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel lagern die letzten Relikte des Kalten Krieges auf deutschem Boden: ca. 20 US-Atomwaffen …

Die politischen Rahmenbedingungen für den Abzug der Atomwaffen verschlechtern sich indes zusehends. Während die Bundesregierung noch 2009 im Koalitionsvertrag bekundete, sich für den Abzug der Atomwaffen einsetzen zu wollen, hat die schwarz-rote Koalition das Thema offenbar ad acta gelegt. CDU und SPD bekennen sich zwar zum Ziel einer „Welt ohne Kernwaffen“. Bei der Abstimmung über eine UN-Resolution für ein weltweites Atomwaffenverbot stimmte Deutschland jedoch zusammen mit den USA und den meisten NATO-Staaten mit Nein. Die Bundesrepublik weigert sich bis heute, den inzwischen von zahlreichen Staaten unterzeichneten UN-Atomwaffenverbotsvertrag mit zu zeichnen. Die Vorgängerregierung hatte bereits 2012 dem US-amerikanischen Verlangen nach Modernisierung der in Büchel gelagerten Atomwaffen zugestimmt. Zielgenauere Atombomben sollen demnach Präzisionsschläge ermöglichen.

Angesichts der jüngsten Aufkündigung des INF-Vertrages droht zudem ein erneuter atomarer Rüstungswettlauf, was zwangsläufig die Kriegsgefahr erhöht. Es ist kein Tabu mehr, atomare Aufrüstung und sogar eine atomare Bewaffnung Deutschlands zu fordern. Führende NATO-Kommandeure erklären, es sei zwar nicht zwingend, aber „sehr wahrscheinlich“, dass es zu einem Atomkrieg mit Russland kommen werde. Sowohl auf russischer als auch auf US-Seite werden Modernisierung und Aufrüstung der Atomwaffenprogramme massiv vorangetrieben. Zwischen 2014 und 2024 wird Russland geschätzt 54 Mrd. US-Dollar für seine nuklearen Fähigkeiten ausgeben, die USA geschätzt 355 Mrd. US-Dollar.

Aus Sicht des Aachener Friedenspreis e.V. gehört das Thema Atomwaffen dringender denn je ganz nach oben auf die politische Agenda. Die Auszeichnung der Büchel-Initiativen lag daher für eine breite Mehrheit der Vereinsmitglieder auf der Hand – Der Verein wird auch im Rahmenprogramm zur Preisverleihung weiter auf dieses hochaktuelle Thema eingehen.“

Für unsere weitere Kampagnenarbeit, z.B. für die Organisation der 20-wöchigen Aktionspräsenz sind weiterhin dringend auf Spenden angewiesen. Jeder Euro hilft uns weiter. Ob 5, 10, 20, 50 oder mehr Euro: deine Unterstützung ist für uns eine große Motivation, die Arbeit so engagiert und erfolgreich wie bisher fortzusetzen.


"Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt" erhält den Aachener Friedenspreis 2019

Weitere Preisträger: Initiativkreis gegen Atomwaffen und ukrainischer Journalist

Aachener Friedenspreis 2019 für unsere Kampagne!

Der Aachener Friedenspreis 2019 geht an die Kampagne "Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt" und den "Initiativkreis gegen Atomwaffen". Dies gab der Aachener Friedenspreis e.V. am Mittwoch, 8. Mai 2019 bekannt. In der Kategorie "international" wurde der ukrainische Journalist Ruslan Kotsaba ausgezeichnet.

Aus Sicht des Aachener Friedenspreis e.V. gehört das Thema Atomwaffen dringender denn je ganz nach oben auf die politische Agenda. Während die Bundesregierung noch 2009 im Koalitionsvertrag bekundete, sich für den Abzug der Atomwaffen einsetzen zu wollen, hat die schwarz-rote Koalition das Thema offenbar ad Acta gelegt. CDU und SPD bekennen sich zwar zum Ziel einer „Welt ohne Kernwaffen“. Bei der Abstimmung über eine UN-Resolution für ein weltweites Atomwaffenverbot stimmte Deutschland jedoch zusammen mit den USA und den meisten NATO-Staaten mit Nein.

Namentlich erhalten die Preise Marion Küpker für die Kampagne "Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt" und Elke Koller für den "Initiativkreis gegen Atomwaffen". Beide sind Sprecherinnen der Kampagne "Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt". Der "Initiativkreis gegen Atomwaffen" ist seit vielen Jahren Teil des Trägerkreises der Kampagne. Der Trägerkreis der Kampagne "Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt" besteht aus mittlerweile über 60 Organisationen aus dem Bereich der Friedens- und Umweltbewegung und religiösen Organisationen.

Der Aachener Friedenspreis wird seit 1988 jedes Jahr an Initiativen oder Einzelpersonen verliehen, die sich von unten für Frieden und Dialog zwischen Konfliktparteien einsetzen. Wer den mit jeweils 2.000 Euro dotierten Preis erhält, entscheidet die Mitgliederversammlung des Vereins.

 

Weitere Infos hier auf der Website des Aachener Friedenspreises.